Die kurze Antwort: Eine Makler-Website kostet zwischen 0 Euro im Monat für einen Baukasten in Eigenregie und 15.000 Euro einmalig für eine Agentur-Maßanfertigung. Dazwischen liegen Freelancer mit etwa 2.000 bis 6.000 Euro einmalig und Abo-Modelle ab rund 150 Euro netto im Monat. Welcher Weg für Ihr Büro der richtige ist, hängt weniger vom Budget ab als von einer Frage: Wer kümmert sich nach dem Start um die Seite?
Dieser Artikel rechnet alle vier Wege ehrlich durch, inklusive der Posten, die in Angeboten gern fehlen: Pflege, Hosting, Texte, Bilder und Ihre eigene Arbeitszeit. Am Ende können Sie die Gesamtkosten über drei Jahre für Ihr Büro selbst überschlagen.
Die vier Wege zur Makler-Website und ihre Preisspannen
1. Baukasten in Eigenregie: 0 bis 40 Euro im Monat
Homepage-Baukästen kosten je nach Tarif zwischen 0 und etwa 40 Euro monatlich. Das klingt unschlagbar, hat aber zwei Haken. Erstens die Zeit: Wer keine Erfahrung mit Layout, Texten und Technik hat, sitzt schnell 40 bis 80 Stunden an einer Seite, die danach trotzdem nach Vorlage aussieht. Rechnen Sie Ihre Stunden zu Ihrem Stundensatz, ist der Baukasten oft der teuerste Weg. Zweitens die Wirkung: Eigentümer, die ein Objekt im Wert von mehreren hunderttausend Euro anvertrauen, entscheiden nach dem ersten Eindruck. Eine erkennbare Vorlage sendet das falsche Signal.
2. Freelancer: etwa 2.000 bis 6.000 Euro einmalig
Ein guter Freelancer baut Ihnen für 2.000 bis 6.000 Euro eine individuelle Seite. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting und Domain, meist 10 bis 30 Euro monatlich, sowie Wartung nach Aufwand. Der wunde Punkt ist die Zeit danach: Texte ändern, neue Referenzen einpflegen, Sicherheits-Updates, ein kaputtes Formular. Viele Freelancer sind nach dem Projekt schwer erreichbar oder rechnen jede Kleinigkeit einzeln ab. Kalkulieren Sie 500 bis 1.500 Euro pro Jahr für Pflege dazu.
3. Agentur: etwa 5.000 bis 15.000 Euro einmalig
Agenturen liefern Konzept, Design, Texte und Technik aus einer Hand. Dafür zahlen Sie je nach Umfang 5.000 bis 15.000 Euro, bei größeren Projekten mehr. Für ein Büro mit mehreren Standorten und eigener Marketing-Abteilung kann das der richtige Weg sein. Für ein Büro mit ein bis fünf Personen ist es oft überdimensioniert: Sie zahlen die Struktur der Agentur mit, und nach dem Start beginnt auch hier die Pflegefrage, meist über einen Wartungsvertrag von 100 bis 300 Euro monatlich.
4. Abo-Modell: ab etwa 150 Euro netto im Monat
Beim Abo-Modell zahlen Sie keinen hohen Einmalbetrag, sondern einen festen Monatspreis, in dem Design, Technik, Hosting, Domain und laufende Pflege enthalten sind. Der Vorteil: keine vier- bis fünfstellige Anfangsinvestition, ein fester Ansprechpartner und eine Seite, die gepflegt bleibt, statt zu veralten. Der Nachteil: Sie binden sich vertraglich, üblich sind 12 Monate Mindestlaufzeit, und über viele Jahre gerechnet zahlen Sie mehr als für eine Einmal-Seite, die Sie danach selbst pflegen. Prüfen Sie beim Anbieter genau, was Ihnen nach Vertragsende gehört: Domain, Texte und Bilder sollten immer bei Ihnen liegen.
Die fünf Posten, die in Angeboten gern fehlen
- Texte: Gute Website-Texte kosten beim Profi 500 bis 2.000 Euro extra, wenn sie nicht im Angebot stecken. Selbst geschriebene Texte kosten Abende und Wochenenden.
- Bilder: Team- und Bürofotos vom Fotografen liegen bei 300 bis 1.000 Euro. Handyfotos auf einer teuren Website ruinieren den Eindruck, für den Sie gezahlt haben.
- Pflege und Updates: Eine ungepflegte Seite veraltet in ein bis zwei Jahren sichtbar. Kalkulieren Sie bei Einmal-Modellen 500 bis 1.500 Euro jährlich.
- Rechtstexte: Für geschäftliche Websites gelten unter anderem die Anbieterkennzeichnung nach § 5 Abs. 1 DDG und die Informationspflichten nach Art. 13 DSGVO. Generatoren und anwaltliche Prüfung kosten Zeit oder Geld (dieser Artikel ist keine Rechtsberatung).
- Ihre Arbeitszeit: Jede Stunde, die Sie an der Website sitzen, fehlt in der Akquise. Beim Baukasten ist das der größte unsichtbare Posten.
Die ehrliche Rechnung: Gesamtkosten über drei Jahre
Einmalpreise und Monatspreise lassen sich nur über einen festen Zeitraum vergleichen. Drei Jahre sind ein realistischer Horizont, danach steht bei den meisten Seiten ohnehin eine Überarbeitung an.
- Baukasten: 0 bis 1.500 Euro Gebühren, plus 40 bis 80 Stunden eigene Arbeit. Bei 100 Euro Stundensatz real 4.000 bis 9.500 Euro.
- Freelancer: 2.000 bis 6.000 Euro Erstellung, plus rund 1.500 bis 4.500 Euro Pflege und Hosting. Gesamt etwa 3.500 bis 10.500 Euro.
- Agentur: 5.000 bis 15.000 Euro Erstellung, plus 3.600 bis 10.800 Euro Wartungsvertrag. Gesamt etwa 8.600 bis 25.800 Euro.
- Abo-Modell: bei 150 bis 280 Euro netto monatlich gesamt etwa 5.400 bis 10.100 Euro, Pflege, Hosting und Updates bereits enthalten.
Die Spannen zeigen: Der billigste Listenpreis ist selten der günstigste Gesamtpreis. Entscheidend ist, was enthalten ist und wie viel eigene Zeit Sie hineinstecken.
Welcher Weg passt zu welchem Büro
Wenn Sie gern selbst basteln, wenig Wert auf einen eigenständigen Auftritt legen und Zeit übrig haben, reicht ein Baukasten. Wenn Sie einen hohen Einmalbetrag investieren können und jemanden haben, der die Seite danach pflegt, sind Freelancer oder Agentur eine gute Wahl. Wenn Sie planbare Kosten wollen, keine Zeit für Technik haben und die Seite dauerhaft aktuell bleiben soll, ist ein Abo-Modell meist der ruhigste Weg. Prüfen Sie dort vor allem Laufzeit, Kündigungsfrist und die Frage, wem Domain und Inhalte gehören.
Die teuerste Website ist die, die niemand pflegt. Egal, was sie am Anfang gekostet hat.



